Gedanken zur Jahreslosung 2026
Von Pfarrer Marcus Tesch

„Siehe, ich mache alles neu!“ – Offenbarung. 21,5

Alles schreit nach Reformen – doch was wir wirklich brauchen, ist Erneuerung. Und eine in Christus gegründete Hoffnung, die stärker ist als jede Krise.

Wer in unserem Land unterwegs ist, stellt schnell fest: Hier besteht an vielen Stellen dringender Handlungsbedarf: kaputte Straßen, marode Schulen, bröckelnde Brücken, ein überfordertes Gesundheitssystem. Alles schreit nach Erneuerung! Alle wünschen sich Reformen, die die liegen gebliebenen Aufgaben anpacken und die Probleme zu einer guten Lösung führt.

Aus lauter Frust wenden sich viele populistischen Parteien und radikalen Vereinfachern zu. Als ob die es besser machen könnten?! Dann lieber ganz in den Untergang aus reiner Wut und Lust an der Zerstörung.

Es fehlen Glaube, Hoffnung und Zuversicht

Ja, es liegt etwas im Argen. Aber das geht weit über die beschriebenen Zustände in der Infrastruktur und im Gesundheitswesen hinaus. Es fehlen der Glaube vielerorts, die Zuversicht und die Hoffnung darauf, dass sich etwas zum Besseren wenden wird. Es fehlt ein Grund dafür, dass es sich lohnt, zuversichtlich und mutig in die Zukunft zu gehen.

Wenn wir uns einmal in die Zeit zurückversetzen, in der die Offenbarung des Johannes geschrieben wurde, dann stellen wir fest: Für Christinnen und Christen wurde die Luft im römischen Reich damals dünner und dünner. Sie hätten ganz bestimmt Grund gehabt, sich Sorgen um die Zukunft zu machen. Sich zu fürchten vor dem, was kommen könnte. Und, seien wir ehrlich, sehr viele haben dies auch gemacht.

Auf Christus schauen

Es wäre ein Leichtes gewesen, hätte Johannes der Seher, ihnen geschrieben: „Seht, es geht sowieso alles den Bach runter! Schlagt für euch noch raus, was ihr kriegen könnt! Mehr habt ihr nicht zu erwarten!“ Damit wäre er wohl voll auf der Linie vieler unserer Zeitgenossinnen und Zeitgenossen gewesen.

Aber er richtet ihren Blick auf etwas, besser gesagt, auf jemand anders: auf Jesus! Und zwei Dinge stehen für ihn im Vordergrund: Jesus hat die Welt und all ihre Probleme nicht durch Gewalt und Macht überwunden, sondern durch seinen unschuldigen Tod am Kreuz. Und: Jesus ist auferstanden! Er lebt. Und alle Zukunft gehört ihm, denn auch wir werden auferstehen!

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!

Offb. 21,5

Nein, eine Reform oder ein Wiederaufbau reichen nicht. Genauso wenig, wie die Auferstehung nur das Weiterleben nach dem Tod bezeichnet. Alles muss neu werden! Und alles wird neu werden. Alles wird neu werden! Diese manchmal so verrückte und aus den Fugen geratene Welt – sie muss neu werden! Dein und mein manchmal so verkorkstes und unvollständiges Leben – es muss neu werden! Diese viel zu sehr mit sich selbst und ihrem Überleben beschäftigte Kirche – sie muss neu werden! Alles muss neu werden – alles wird neu werden.

Wenn du einmal auferstehst, dann wirst du der nicht derselbe sein (können) – alles muss neu werden! Aber dann wirst du endlich du selbst sein, wie Gott dich gewollt hat. Wenn wir heute an Jesus glauben und ihm folgen, mit ihm reden und auf ihn hoffen, dann treten wir schon mit dem in Verbindung, der einmal alles neu machen wird. Und dann verlieren die Lust auf den Untergang, sondern werden erfüllt von einer lebendigen Hoffnung.

Quelle: jesus.de